Fakten gegen Vorurteile

  • Die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge sinkt weiter: Im April 2016 wurden knapp 16.000 Asylsuchende von den Ländern im sogenannten Easy-System erfasst. Im Vormonat waren es noch 20.600 gewesen, im Februar mehr als 60.000.
  • Die Zahl der Asylantragsteller stieg dagegen leicht an. Im April 2016 beantragten knapp 61.000 Menschen Asyl, knapp 1.000 mehr als im März. Im Vergleich zum April 2015 betrug die Steigerung jedoch 124 Prozent. Die Mehrzahl waren Erstanträge, vor allem von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan
  • 2015 haben rund 477.000 Asylsuchende einen Antrag in Deutschland gestellt – davon waren rund 442.000 Erstanträge.
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat in dieser Zeit über rund 283.000 Asylanträge entschieden.
  • Im Jahr 2015 wurden im EASY-System rund 1.092.000 Menschen auf der Flucht registriert.
  • Asylberechtigte haben das Recht, Ehepartner und Kinder nach Deutschland nachzuholen. Asylbewerber, die subsidiären Schutz erhalten, dürfen bis März 2018 keinen Antrag auf Familienzusammenführung stellen. Unbegleitete Minderjährige können ihre Eltern nachziehen lassen:
  • Aus Syrien kamen 2015 rund 16.000 Familienangehörige. 2013 waren es noch 860,
  • aus dem Irak waren es 1.800 (2013: 818)
  • und aus Afghanistan 918 (2013: 483).
  • Es bestehen Aufnahmequoten für die einzelnen Bundesländer. Diese legen fest, welchen Anteil der Asylbewerber jedes Bundesland aufnehmen muss und werden nach dem sogenannten "Königsteiner Schlüssel" festgesetzt, berechnet nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder: In BW liegt die Verteilungsquote bei 12,97%.
  • Aktuell wird alleinstehenden Asylbewerbern ein Grundbedarf von 216 Euro monatlich zuerkannt. Das kann bar ausbezahlt werden oder in Form von Hilfsgütern für den Lebensunterhalt erbracht werden. Dazu kommen 143 Euro – das sogenannte Taschengeld. Die Sätze für Ehepartner, Jugendliche und Kinder sind geringer.
  • Einige Bundesländer haben Mindeststandards für Flüchtlingsheime festgelegt, darunter auch Baden-Württemberg. Hier gilt bisher, dass jedem Asylbewerber 4,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen sollte. 2016 sollte der Mindeststandard auf sieben Quadratmeter heraufgesetzt werden.
  • Im Durchschnitt dauert ein Asylverfahren derzeit 5,3 Monate.